Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Fabrik- und Maschinenautomation

Modbus RTU oder Modbus TCP: I/O über RS-485 oder Ethernet wählen

I/O über RS-485 oder Ethernet: Unterschiede bei Verkabelung, Zykluszeit und Adressierung, Kopplung über Gateways und passende Serien von ICP DAS.

Modbus RTU oder Modbus TCP: I/O über RS-485 oder Ethernet wählen
Foto: Raysonho @ Open Grid Scheduler / Grid Engine · CC0 · Wikimedia Commons

Die meisten Remote-I/O-Projekte beginnen mit derselben Entscheidung: die Module an einen Bus nach RS-485 hängen und per Modbus RTU abfragen oder sie ans Ethernet anschließen und Modbus TCP verwenden. Dieser Artikel vergleicht Modbus RTU und Modbus TCP aus Sicht des Errichters: Verkabelung, Topologie, Zykluszeit und Adressierung sowie die Kopplung beider über ein Gateway. Zum Schluss folgen die Serien von ICP DAS, die zu jeder Variante passen.

Dasselbe Protokoll auf zwei verschiedenen Netzen

Beide Varianten nutzen dasselbe Datenmodell: Coils und Discrete Inputs für Bits, Input und Holding Register für 16-Bit-Werte. Eine Registertabelle funktioniert in beiden Netzen gleich; nur der Transport ändert sich.

Modbus RTU läuft über eine serielle Leitung, in der Regel zweiadriges RS-485. Ein Master fragt die Slaves nacheinander ab, und jeder Slave hat eine Geräteadresse am Bus. Modbus TCP überträgt dieselben Anfragen über TCP/IP, normalerweise auf Port 502. Jedes Gerät hat eine eigene IP-Adresse und kann in der Regel mehreren Clients antworten, etwa einer SPS und einem SCADA-Server.

Modbus RTU und Modbus TCP im Überblick

ThemaModbus RTU über RS-485Modbus TCP über Ethernet
VerkabelungGeschirmtes, verdrilltes Adernpaar plus Signalmasse, als Linie verlegtCat 5 oder besser, sternförmig vom Switch oder als Daisy-Chain durch die Module
ReichweiteBis 1.200 m pro Segment ohne Repeater100 m pro Kupfersegment zwischen aktiven Ports
Teilnehmer32 Unit Loads pro Segment ohne Repeater, Geräteadressen 1 bis 247Begrenzt durch IP-Adressplan und Switch-Ports
AdressierungGeräteadresse in jedem Modul; gleiche Baudrate und gleiches Datenformat am gesamten BusIP-Adresse pro Modul; die Unit ID spielt vor allem hinter Gateways eine Rolle
MasterEin Master pro BusMehrere Clients gleichzeitig
Geschwindigkeit1.200 bis 115.200 bps bei M-7000- und tM-Modulen, Abfrage nacheinander10/100 Mbit/s, Module können parallel abgefragt werden
VersorgungSeparate VersorgungsverdrahtungSeparate Versorgung oder PoE bei PET-Modellen

Verkabelung und Topologie in der Praxis

RS-485 ist ein Bus. Führen Sie das Kabel mit kurzen Stichleitungen von Modul zu Modul, schließen Sie beide Enden mit 120 Ohm ab und sorgen Sie für ein gemeinsames Signalbezugspotenzial. Bei moderaten Baudraten erreicht ein Segment 1.200 m – passend für lange Strecken durch eine Anlage mit wenigen Signalen an jedem Standort. Bei mehr als 32 Unit Loads oder 1.200 m setzen Sie einen Repeater ein, etwa den I-7510, einen isolierten Repeater für RS-485 mit automatischer Richtungsumschaltung.

Ethernet ist normalerweise sternförmig aufgebaut, mit einem Switch-Port pro Modul. Die Serien ET-7200 und ET-2200 haben einen integrierten Zwei-Port-Switch, sodass sich die Module wie bei einem Bus nach RS-485 entlang einer Maschine in Reihe schalten lassen. Für beide ist eine LAN-Bypass-Funktion angegeben, die bei Geräten von ICP DAS dafür sorgt, dass der Rest der Kette weiter kommuniziert, wenn ein Gerät die Versorgung verliert. PET-Versionen lassen sich über einen PoE-Switch nach IEEE 802.3af versorgen.

Geschwindigkeit: ein Rechenbeispiel

Abgefragte serielle Busse sind oft langsamer als erwartet. Nehmen wir 20 Analogmodule, die jeweils mit einer Anfrage über 8 Holding Register gelesen werden:

  • Die Anfrage umfasst 8 Byte, die Antwort 5 Byte plus 16 Datenbyte; pro Abfrage werden also 29 Byte übertragen.
  • Bei 8 Datenbits, ohne Parität und mit 1 Stoppbit belegt jedes Byte 10 Bit auf der Leitung: 290 Bit pro Abfrage.
  • Bei 9.600 bps dauert das etwa 30 ms, dazu kommen zwei Pausen von 3,5 Zeichen, etwa 7 ms. Das ergibt rund 38 ms pro Modul oder etwa 0,75 s für den Bus.
  • Bei 115.200 bps dauert die Übertragung etwa 2,5 ms, und die Modbus-Spezifikation empfiehlt oberhalb von 19.200 bps eine feste Pause von 1,75 ms. Das ergibt rund 6 ms pro Modul oder etwa 0,12 s für den Bus.

Antwortzeit der Module und Wiederholungen kommen noch hinzu. Für Temperaturen, Füllstände und Energiewerte reicht der langsamere Wert meist aus. Bei schnellen Digitalsignalen beseitigt Ethernet den Engpass, da die Übertragungszeit bei 100 Mbit/s vernachlässigbar ist und Module parallel abgefragt werden können. Synchronisierte I/O mit Zykluszeiten im Millisekundenbereich sind ein Fall für EtherCAT.

Gemischte Systeme: Gateways und Datenkonzentratoren

Viele Anlagen haben funktionierende Busse nach RS-485 und ein neueres Ethernet-Netz für SCADA. Ein Gateway von Modbus TCP auf RTU verbindet beide, ohne dass die seriellen Module ersetzt werden müssen. Der TCP-Client schickt seine Anfragen an die IP-Adresse des Gateways, und die Unit ID in jeder Anfrage wählt den seriellen Slave aus.

  • Serie tGW-700: kompakte Gateways von Modbus TCP auf RTU/ASCII mit einem bis drei seriellen Ports, die meisten mit PoE. Bis zu 32 TCP-Master können sich einen seriellen Port teilen, und ein Lese-Cache beantwortet wiederholte Anfragen aus dem Speicher, um den Bus zu entlasten.
  • Serie GW-2500iM: dieselbe Umsetzung mit Zwei-Port-Ethernet-Switch, isolierten Ports für RS-422/485 und Sicherheitsfunktionen wie Modbus TCP/TLS, HTTPS, SNMPv3 und IP-Filter.
  • Serie MDC-700: Datenkonzentratoren, die die seriellen Geräte selbst mit bis zu 250 Befehlsdefinitionen abfragen, die Werte in einem Datenpool mit 9.600 Registern pro Datentyp sammeln und bis zu 8 Modbus-TCP-Hosts bedienen.

Ein Gateway reicht Anfragen durch, die Antwortzeit wird also weiterhin vom seriellen Bus bestimmt. Ein Datenkonzentrator entkoppelt beide Seiten; das hilft, wenn mehrere SCADA-Clients einen Bus lesen.

Welche Serien von ICP DAS passen

RS-485 und Modbus RTU

  • M-7000: Modbus RTU und DCON, 1.200 bis 115.200 bps. Viele Modelle teilen sich die Hardware mit einem I-7000-Modul, zum Beispiel M-7017R und I-7017R.
  • tM-Serie: kompakte Module mit DCON, Modbus RTU und Modbus ASCII.
  • I-7000: ausschließlich das DCON-Protokoll von ICP DAS. Geeignet für Erweiterungen bestehender DCON-Systeme; für einen Modbus-Master wählen Sie das entsprechende M-7000-Modell.

Ethernet und Modbus TCP

  • ET-7000: ein Ethernet-Port, Modbus TCP und Modbus UDP, integrierter Webserver.
  • ET-7200: Modbus TCP und UDP mit Zwei-Port-Switch und LAN-Bypass.
  • ET-2200: Zwei-Port-Switch mit LAN-Bypass, dazu MQTT und SNMP V2c – nützlich, wenn dieselben I/O auch eine IIoT-Plattform speisen.
  • PET-Versionen: per PoE versorgte Versionen der Module ET-7000, ET-7200 und ET-2200.

Schicken Sie unserem technischen Vertrieb Ihre Signalliste, die Kabellängen und das Master-Gerät, und wir schlagen Ihnen eine passende Kombination aus Modulen und Gateways vor.

Produkte für diese Anwendung

PET-7017-10 CR
PET-7017-10 CR PET-7017-10 PoE Ethernet I/O Module, 10/20-ch Analog Input

The PET-7017-10 is a PoE-powered Ethernet analog input module for engineers who need voltage or current measurement on a networked I/O node. Its inputs can be set as 10 differential or 20 single-ended channels in software, and each channel can be given its own range, so one module can serve mixed sensor types on the same network.Each channel offers a choice of voltage ranges from ±150 mV to ±10 V and current ranges of ±20 mA, 0 ~ 20 mA and 4 ~ 20 mA, selected with jumpers. Resolution is 16-bit, and the module has two sampling modes: normal mode at 10 Hz total and fast mode at 50 Hz total. Open wire detection is available for 4 ~ 20 mA inputs, and differential channels are rated for 240 Vrms overvoltage protection.Configuration and monitoring are handled through a built-in web server with Web HMI, and the module supports Modbus TCP and Modbus UDP. Access is controlled by ID, password and IP filter. The unit is powered either from PoE (IEEE 802.3af, Class 1) or from a +12 ~ +48 VDC terminal block, and it mounts on a DIN rail.ApplicationsBuilding automationFactory automationMachine automationRemote maintenanceRemote diagnosisTesting equipment

Regulärer Preis: 286,00 € pro Stück · Mengenrabatt ab 10 Stück
DGW-521 CR
DGW-521 CR DGW-521 RS-232/RS-485/USB to DALI Gateway for Modbus RTU and DCON

The DGW-521 CR is a DIN-rail gateway that lets a host PC, PAC or TouchPAD control DALI lighting devices over serial or USB. It accepts Modbus RTU and DCON from RS-232, RS-485 or USB and translates them to DALI, so existing serial-based control software can address a DALI lighting network without a separate DALI controller.A built-in DALI power supply (16 VDC ±5%, maximum 250 mA) can be switched on or off, which suits installations where the DALI bus is already powered elsewhere. The ID code can be set over the RS-485 interface, which simplifies commissioning. DALI isolation is rated at 1500 VDC.The gateway is intended for DALI lighting systems covering small areas. DALI signal cables must not exceed 300 m. The unit carries CE, UKCA, FCC, RoHS and WEEE marks. The USB driver is listed for Windows XP and Windows 7 only.ApplicationsLighting control for small DALI installationsHost PC, PAC or TouchPAD access to DALI devicesSerial-to-DALI integration in building automation

Regulärer Preis: 193,00 € pro Stück · Mengenrabatt ab 10 Stück
DN-8P8C/S CR
DN-8P8C/S CR DN-8P8C/S 8-channel DO and 8-channel Counter Input Board

8-channel DO and 8-channel Counter Input Board. Includes DB-8820 Daughterboard and a CA-2520D Cable.

Regulärer Preis: 89,00 € pro Stück · Mengenrabatt ab 10 Stück
DN-AIH-08 CR
DN-AIH-08 CR DN-AIH-08 HART Analog Input Termination Board, 8-ch Active/Passive Loop

DN-AIH-08 is a termination board for HART analog input modules. It measures the analogue signal on each of its 8 channels and can also supply isolated loop power to field devices, so it accommodates both active and passive loop wiring.The board includes short-circuit protection on the isolated power output. If the circuit is shorted or the current becomes too high, the loop current is limited. Removable fuses protect loop devices from high inrush current, and each fuse has a physical indicator that shows when it has blown.Suited to HART analog input installations where field devices need to be wired in either active or passive loop configuration.Mounts on DIN-rail or wall, with dimensions of 135 x 214.6 x 25.5 mm.ApplicationsConnecting HART analogue field devices to HART analog input modulesLoop-powered field instrumentation requiring isolated passive loop powerIndustrial installations requiring protected analogue loop wiring

Regulärer Preis: 380,00 € pro Stück · Mengenrabatt ab 10 Stück

Mehr zu Fabrik- und Maschinenautomation

Brauchen Sie Hilfe bei der Auswahl?

Wir kennen das ICP DAS Sortiment und helfen Ihnen, das passende Modul, Zubehör oder Ersatzteil zu finden.

Technischen Vertrieb kontaktieren

Für Geschäftskunden

  • Staffelrabatte werden automatisch berechnet
  • Lieferung ohne MwSt. innerhalb der EU mit geprüfter USt-IdNr.
  • Datenblätter und vollständige technische Daten zu jedem Produkt
Geschäftskonto anlegen